Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Morbus Crohn

Informationen für Betroffene und Angehörige
 
 
Morbus Crohn
Therapie von Morbus Crohn

Eine Heilung von Morbus Crohn ist derzeit nicht möglich. Daher zielt die Therapie in erster Linie auf eine Verringerung der Beschwerden. Ebenso steht eine möglichst lange symptomfreie Zeit als Therapieziel ganz oben auf der Liste. In vielen Fällen lässt sich ein ganz normales Leben trotz Morbus Crohn realisieren. Medikamente kommen je nach Aktivität der Darmentzündung zum Einsatz. Hierzu werden i. d. R. synthetische Glukokortikoide eingesetzt. Bei schwerer Entzündungsaktivität können Immunsuppressiva verabreicht werden, die das Immunsystem unterdrücken.

Eine Ernährungstherapie wird ebenfalls zur Therapie eingesetzt. Besonders bei Kindern ist diese die erste Wahl.

Therapie von Morbus Crohn

Sowohl medikamentöse als auch ernährungsphysiologische Ansätze kommen in der Therapie von Morbus Crohn zum Einsatz. Grundsätzlich wird die Therapie bei Morbus Crohn in zwei Kategorien unterteilt: zum einen die Schubtherapie, die bei einem akuten Morbus Crohn Schub auf die Linderung der Symptome abzielt, zum anderen die Erhaltung einer möglichst langen beschwerdefreien Zeit (Remission). Das heißt, es wird versucht, mit geeigneten Maßnahmen den nächsten Schub so lange wie möglich hinauszuzögern. Für den Morbus Crohn Patienten bedeutet das, dass er möglichst lange ohne Beschwerden sein soll und der Verlust der Darmfunktion in größtmöglichem Umfang verhindert wird.

Welche Therapie den höchsten Erfolg bringt, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist für den Einzelfall zu wählen. So richtet sich die Therapie zum einen nach der Intensivität der Krankheit, dem Befallsmuster, weiteren Krankheitszeichen, die sich außerhalb des Darms manifestieren und eventuellen Vorbehandlungen und kann nicht pauschalisiert werden.

Schubtherapie bei Morbus Crohn

In der akuten Phase des Morbus Crohn zielt die Therapie darauf ab, die auftretenden Beschwerden zu lindern. Die Medikation richtet sich dabei nach der Schwere und Lokalisation (Dünndarm- bzw. Dickdarmbefall) des Schubs.

Bei geringer Aktivität der Darmentzündung wird in der Regel synthethisches Glukokortikoid zur Therapie von Morbus Crohn eingesetzt. Treten die Beschwerden ausschließlich im Magen-Darm-Bereich auf, so kann eine Ernährungstherapie in Kombination mit Medikamenten gegen die Symptome (Durchfall, Bauchschmerzen) ausreichen. Bei Befall des unteren Dickdarms kommen in diesem Krankheitsstadium zusätzlich lokal wirkende Zäpfchen, Schäume oder Einläufe zum Einsatz.

Bei mäßiger Aktivität wird auf synthethische Glukokortikoide zurückgegriffen, die im ganzen Körper wirksam sind. Besteht der Verdacht auf eine mögliche bakterielle Infektion werden zusätzlich Antibiotika verabreicht. Eine Ernährungstherapie kann die medikamentöse Therapie bei mäßiger Aktivität von Morbus Crohn unterstützen. Besonders beim Morbus Crohn mit Dünndarmbefall sollte frühzeitig eine spezielle Ernährung (Trink- bzw. Sondennahrung) bedacht werden, da bei dieser Krankheitslokalisation schnell Mangelerscheinungen drohen können.

Bei hoher Aktivität reichen Kortisonpräparate manchmal nicht aus. Daher können Medikamente eingesetzt werden, die das Immunsystem unterdrücken.

Erhaltungstherapie bei Morbus Crohn

Krankheitsschübe und beschwerdefreie Zeiten wechseln sich bei den meisten Morbus Crohn Patienten ab.  In einigen Fällen kann eine Behandlung während der Ruhephase nötig und sinnvoll sein. Ob, in welcher Form und mit welchen Medikamenten diese Therapie bei Morbus Crohn sinnvoll ist, muss im Einzelfall abgestimmt werden.

Judith Schomaker

09. November 2016
Eine Blockade des Proteins GATA3 könnte sich vorbeugend auf Colitis ulcerosa auswirken und die Symptome einer bestehenden Erkrankung abmildern.
  
16. Juli 2015
Bei Verstopfung, auch als Obstipation bezeichnet, haben die Betroffenen Schwierigkeiten, ihren Kot auszuscheiden.
  
16. Juli 2015
Durch zu wenig Bewegung oder eine ballaststoffarme Ernährung kann es zur Entstehung von Verstopfung kommen.
  
16. Juli 2015
Zur Diagnose einer Verstopfung tastet der Arzt in der Regel den Bauch ab. Blut- und Urintests können weitere Erkenntnisse bringen.
  
16. Juli 2015
Zur Therapie einer Verstopfung erfolgt meist eine Ernährungsumstellung, die mithilfe einer Ernährungsberatung ausgearbeitet wird.
  

Morbus Crohn bezeichnet eine chronische Darmentzündung, die in der Regel schubweise auftritt und für die es keine Heilung gibt. Erstmals wurde im Jahr 1932 eine Definition der Krankheit von ihrem Namensgeber Burrill B. Crohn aus New York veröffentlich. Die Leitsymptome haben bis heute ihre Gültigkeit behalten. In seiner Veröffentlichung benennt Crohn die typischen klinischen Symptome der regionalen Enteritis, wie Morbus Crohn auch bezeichnet wird, mit Durchfall, Unterbauchschmerzen, Fieber und Gewichtsverlust. Es gibt keine Geschlechtsdisposition bei Morbus Crohn, Männer und Frauen erkranken gleich häufig. Familiäre Häufungen sind zu beobachten.

Die Ursachen für die Entstehung von Morbus Crohn konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Eine gewisse Erbdisposition wird vermutet, allerdings sind nach heutigem Wissensstand mehr als 70 Gene bekannt, die sich mit Morbus Crohn in Verbindung bringen lassen. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entstehung von Morbus Crohn scheinen auch Umweltfaktoren zu spielen. Gesichert ist mittlerweile, dass Raucher ein doppelt so hohes Risiko tragen, an Morbus Crohn zu erkranken, als Nichtraucher. Rauchen kann also ein Mitfaktor bei der Entstehung von Morbus Crohn sein.

Diagnose Morbus Crohn

Durchfall und rechtsseitige Bauchschmerzen zählen zu den Leitsymptomen von Morbus Crohn. Da auch viele andere Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mit diesen Beschwerden einhergehen, ist eine differenzierte Diagnose unumgänglich. Denn nur mit einer sicheren Diagnose Morbus Crohn kann der Arzt die geeignete Therapie auf den jeweiligen Patienten abstimmen, den Verlauf der Erkrankung beurteilen und bei Zeichen, die auf eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes hindeuten, umgehend eingreifen. Neben dem Gespräch mit dem Patienten und der körperlichen Untersuchung stehen dem Mediziner sowohl bildgebende Verfahren als auch Laborparameter zur Verfügung, mit der er in der Lage ist, seine Diagnose zu sichern.