Informationen für Betroffene und Angehörige

Ratgeber Morbus Crohn

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Morbus Crohn
Wissenswertes zu Morbus Crohn

Durch eine geeignete, individuell auf den jeweiligen Krankheitsverlauf abgestimmte Therapie ist den meisten Morbus Crohn Patienten eine nahezu normale Lebensführung möglich. Während akuter Schübe ist zwar viel Ruhe angezeigt, in den schubfreien Zeiten steht einem ganz normalen Tagesablauf nichts im Wege. Dabei spielt nicht nur die medikamentöse Therapie eine wichtige Rolle, sondern auch eine ausgewogene Ernährung und eine psychologische Begleittherapie. Hierdurch kann die Integration von Morbus Crohn in den Alltag und ein entsprechender Umgang mit der Krankheit in vielen Fällen besser akzeptiert und entsprechend gemeistert werden. Die gezielte Aufklärung über Morbus Crohn hilft ebenfalls, besser mit der Krankheit fertig zu werden.

Wissenswertes zu Morbus Crohn

Operationen bei Morbus Crohn

Die Therapie bei Morbus Crohn zielt nicht nur darauf ab, die Symptome zu lindern und die beschwerdefreie Zeit zu verlängern, sondern auch daraufhin, Komplikationen zu vermeiden und mögliche Operationen so lange wie möglich hinauszuzögern. Bei gut 70 Prozent aller Morbus Crohn Patienten wird innerhalb der ersten 15 Jahre nach Diagnose eine Operation nötig. Wissenswert zur Operation bei Morbus Crohn ist vor allem, dass stark befallene Darmabschnitte erst dann entfernt werden, wenn schwerwiegende Komplikationen auftreten, zum Beispiel Darmdurchbrüche, ein Darmverschluss oder eine Bauchfellentzündung. Meist werden die verengten Darmabschnitte mit Hilfe eines Ballons gedehnt, Abszesse entfernt und Fisteln verschlossen.

Wissenswertes zur Ernährung bei Morbus Crohn

Die Ernährung bei Morbus Crohn muss auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden. Gegessen werden darf, was vertragen wird. Wissenswert ist, dass rund 30 Prozent der Morbus Crohn Patienten an einer Laktoseintoleranz leiden, Milchprodukte sollten dann gemieden werden. Während eines akuten Schubs können eine ballaststoffarme Kost zur Entlastung des gereizten Darms und eine gezielte Vitaminisierung, um Mangelversorgungen vorzubeugen, sinnvoll sein.

Wissenswertes für Morbus Crohn Patienten

Bei akuten Schüben steht die körperliche Schonung an oberster Stelle. In der Erhaltungsphase können Morbus Crohn Patienten ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Oft bestimmt jedoch die Krankheit den gesamten Lebensablauf. Eine Psychotherapie kann helfen, besser mit der Krankheit Morbus Crohn umgehen zu lernen. In vielen Fällen wirkt sich eine Psychotherapie auch positiv auf die körperlichen Beschwerden aus.

Im eigenen Interesse sollten Morbus Crohn Patienten auf das Rauchen verzichten. Mittlerweile konnte nachgewiesen werden, dass Rauchen das Rückfallrisiko signifikant steigert. Auch mögliche Zeichen einer Verschlechterung des Krankheitszustandes sollten vom Patienten genau festgehalten und mit dem behandelnden Spezialisten besprochen werden. Anzeichen für eine Verschlechterung kann zum Beispiel das Auftreten neuer oder andersartiger Beschwerden sein, auch unerklärliches Fieber oder in seltenen Fällen blutige Durchfälle können auf eine Verschlechterung hinweisen.

Obwohl es keine Heilung bei Morbus Crohn gibt, können rund 60 bis 70 Prozent aller Betroffenen  durch die jeweilige Therapie zu einer langanhaltenden Beschwerdefreiheit gelangen. Rund zwei Dritteln der Morbus Crohn Patienten ist es möglich, ein relativ normales (Arbeits-) Leben zu führen.

Judith Schomaker

09. November 2016
Bei Patienten mit Colitis ulcerosa wurde eine vermehrte Bildung des Transkriptionsfaktors GATA3 festgestellt. Eine Blockade dieses Proteins könnte sich vorbeugend auf Colitis ulcerosa auswirken und die Symptome einer bestehenden Erkrankung abmildern.
  
16. Juli 2015
Das Symptom Verstopfung oder auch Obstipation beschreibt das Schwierigkeit, Kot ausscheiden zu können.
  
16. Juli 2015
Die meisten Verstopfungen gehören zur Gruppe der kologenen und der anorektalen Obstipationen. Beide können sowohl durch anatomische Abweichungen, als auch durch rein funktionelle Störungen bedingt sein.
  
16. Juli 2015
Wenn sich ein Patient mit einer Verstopfung an einen Arzt wendet, findet zunächst ein Patientengespräch, die Anamnese, statt. Der Patient kann seine Beschwerden schildern und bekommt gezielte Fragen gestellt.
  
16. Juli 2015
Die Therapie einer Verstopfung ist stark abhängig davon, welche genaue Ursache diagnostiziert wurde. Häufig ist die Obstipation jedoch durch eine falsche Ernährung und einen ungünstigen Lebensstil bedingt.
  

Die Ursachen für die Entstehung von Morbus Crohn konnten bislang nicht nachgewiesen werden. Eine gewisse Erbdisposition wird vermutet, allerdings sind nach heutigem Wissensstand mehr als 70 Gene bekannt, die sich mit Morbus Crohn in Verbindung bringen lassen. Eine nicht unerhebliche Rolle bei der Entstehung von Morbus Crohn scheinen auch Umweltfaktoren zu spielen. Gesichert ist mittlerweile, dass Raucher ein doppelt so hohes Risiko tragen, an Morbus Crohn zu erkranken, als Nichtraucher. Rauchen kann also ein Mitfaktor bei der Entstehung von Morbus Crohn sein.

Therapie Morbus Crohn

Eine Heilung von Morbus Crohn ist derzeit nicht möglich. Daher zielt die Therapie in erster Linie auf eine Verringerung der Beschwerden. Ebenso steht eine möglichst lange symptomfreie Zeit als Therapieziel ganz oben auf der Liste. In vielen Fällen lässt sich ein ganz normales Leben trotz Morbus Crohn realisieren. Medikamente kommen je nach Aktivität der Darmentzündung zum Einsatz. Hierzu werden i. d. R. synthetische Glukokortikoide eingesetzt. Bei schwerer Entzündungsaktivität können Immunsuppressiva verabreicht werden, die das Immunsystem unterdrücken.

Eine Ernährungstherapie wird ebenfalls zur Therapie eingesetzt. Besonders bei Kindern ist diese die erste Wahl.

Diagnose Morbus Crohn

Durchfall und rechtsseitige Bauchschmerzen zählen zu den Leitsymptomen von Morbus Crohn. Da auch viele andere Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts mit diesen Beschwerden einhergehen, ist eine differenzierte Diagnose unumgänglich. Denn nur mit einer sicheren Diagnose Morbus Crohn kann der Arzt die geeignete Therapie auf den jeweiligen Patienten abstimmen, den Verlauf der Erkrankung beurteilen und bei Zeichen, die auf eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes hindeuten, umgehend eingreifen. Neben dem Gespräch mit dem Patienten und der körperlichen Untersuchung stehen dem Mediziner sowohl bildgebende Verfahren als auch Laborparameter zur Verfügung, mit der er in der Lage ist, seine Diagnose zu sichern.